
Die CDU-Fraktion kritisiert das Vorgehen von SPD, Grünen und FDP im Zusammenhang mit dem Antrag zur Einrichtung einer zusätzlichen Sportkommission deutlich. In der jüngsten Sitzung haben sich sowohl der Kreissportbund als auch der Stadtsportverband eindeutig gegen eine solche zusätzliche Struktur ausgesprochen – dennoch halten die Antragsteller unbeirrt daran fest.
„Wenn sich Kreissportbund und Stadtsportverband klar gegen eine zusätzliche Sportkommission positionieren und SPD, Grüne und FDP das schlicht ignorieren, dann ist das kein Dialog mehr, dann ist das Politik mit Scheuklappen“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Müller.
Besonders unverständlich ist dieses Vorgehen aus Sicht der CDU mit Blick auf den Stadtsportverband. Dieser vertritt nahezu 7.000 sportlich aktive Bürgerinnen und Bürger aus 28 Vereinen und hat über viele Jahre hinweg verlässlich und engagiert hervorragende Arbeit für den Sport in der Stadt geleistet.
„Der Stadtsportverband ist eine starke, eigenständig handelnde Interessenvertretung des Sports. Ihn bei der Einrichtung einer Sportkommission faktisch zu übergehen, ist nicht akzeptabel“, so Müller. „Hier wird nicht nur Fachkompetenz ignoriert, sondern ein zentraler Akteur des organisierten Sports bewusst außen vorgelassen.“
Für die CDU ist dieses Verhalten Ausdruck eines grundlegenden Misstrauens gegenüber dem organisierten Sport. „Die Verbände und Vereine sagen klar: Wir brauchen diese Kommission nicht. Wer trotzdem daran festhält, zeigt deutlich, dass er den bestehenden Strukturen nicht vertraut“, betont Müller. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen.“
Kritisch sieht die CDU auch die geplante Zusammensetzung der neuen Sportkommission.
„Dieses neue Gremium soll offenbar wahllos zusammengesetzt werden – ohne klare Zuständigkeiten, ohne fachliche Notwendigkeit und ohne erkennbare Vorteile für den Sport“, erklärt Müller. „So entsteht keine Beteiligung, sondern zusätzliche Bürokratie.“
Besonders problematisch ist für die CDU die drohende Politisierung des Sports.
„Sport darf nicht politisiert werden. Vereine brauchen Verlässlichkeit, keine parteipolitischen Einflussnahmen durch neue Gremien“, stellt Müller klar. „Der Sport muss eigenständig bleiben und darf nicht zum Spielball politischer Mehrheiten werden.“
Der Fraktionsvorsitzende unterstreicht die zentrale Rolle des Ehrenamts: „Das Ehrenamt ist der Kitt unserer Gesellschaft. Gerade im Sport trägt es unser Miteinander. Wer den Menschen vor Ort nicht zuhört, gefährdet genau diesen Zusammenhalt“, so Müller.
Sport hat für die CDU einen herausragenden Stellenwert.
„Sport ist immens wichtig für Gesundheit, Integration und Jugendarbeit“, erklärt Müller. „Deshalb setzen wir auf Vertrauen, klare Zuständigkeiten und die Stärkung bestehender Strukturen statt auf politische Symbolpolitik.“
Statt einer zusätzlichen Sportkommission bringt die CDU einen konstruktiven Alternativvorschlag ein. „Ein regelmäßig tagender Runder Tisch zwischen Politik, Stadtsportverband und Vereinen wäre der richtige Weg, um im Austausch zu bleiben und Probleme gemeinsam zu lösen – ohne neue Parallelstrukturen zu schaffen“, so Müller.
Die CDU-Fraktion lehnt den Antrag zur Einrichtung einer zusätzlichen Sportkommission weiterhin entschieden ab und appelliert an die Ratsmitglieder der Mehrheitsfraktionen, ihre Entscheidung bis zur Ratssitzung zu überdenken.
„Es geht nicht um Parteitaktik, sondern um Respekt vor dem Ehrenamt und den klar geäußerten Willen der Vereine. Wer den organisierten Sport übergeht, handelt gegen dessen Interessen“, so Harald Müller abschließend.